Fühlen für den Frieden

Neulich war ich seit langem mal wieder bei einem Aufstellungstag. Ihr wisst schon, ein Tag, an dem die Energie bestimmter Situationen durch Stellen von stellvertretenden Personen sichtbar, spürbar und hörbar gemacht wird. Was bisher verborgen geblieben war, kommt hier ans Licht, sofern die Zeit reif dafür ist. Unerhörte Geschichten können endlich erhört und beleuchtet werden. Und unerlöste Energien können endlich erlöst werden.

So war das auch diesem Tag. Und wie so oft in solchen Gruppen, gab es auch hier ein übergeordnetes Thema, das fast alle betraf. Diesmal waren es Themen, die vor allem auf die Beziehung mit dem Vater zurückzuführen waren. Das Muster, das sich uns allen bald zeigte, war wenig verwunderlich und schockierend zugleich.

In allen betrachteten Systemen, – und manchmal ging es dabei zur Wurzel bis über mehrere Generationen zurück, – zeigte sich der Vater seiner Frau und seinen Kindern gegenüber fast völlig emotionslos. Er hielt sich ans System. Die Welt der Gefühle blendete er aus. Und damit auch sein Gewissen und die Verantwortung für bestimmte Verhaltensweisen.

Die Frauen blieben frustriert und verbittert zurück, emotional völlig unerfüllt, ihre Seele ohne Antwort. Und auch sie flüchteten vor ihren Gefühlen, und zwar in die Kirche. Auch sie gaben dort die Verantwortung für ihre Handlungen bzw. Nicht-Handlungen und für ihr Leben ab.

Zurück blieben einsame, verwirrte Kinder, die bereit waren, ihre Liebe zu geben, aber niemanden fanden, der sie erwiderte. Und wenn, dann in Form von Missbrauch, sei es emotional oder tatsächlich physisch.

Und auch die Väter waren einmal Kinder, und hatten ihre Gefühle nicht ohne Not in den Keller verbannt. Auch sie hatten Schlimmes erlebt oder konnten mit ihrer Liebe nirgends landen.

Und so wurde die heiße Kartoffel von Generation zu Generation weitergereicht. So betrachtet ist es verständlich, dass über so viele Jahrhunderte emotionale Kälte und Dunkelheit herrschte.

Wenn die Liebe wieder fließt, dann passieren Wunder

Doch die Zeit der Dunkelheit ist vorbei. Das Licht in dieser Welt wird von Tag zu Tag heller und immer mehr Wege und Möglichkeiten werden sichtbar, jetzt endlich in uns aufzuräumen und unsere Herzen zu befreien.
Eine Art der Möglichkeiten durfte ich an diesem Tag während der Aufstellungen erleben.

„Wenn die Liebe wieder fließt, dann passieren Wunder“, ist der Titel, den sich das Aufsteller-Team Ute Loeck und Petra Fritzen für ihre Arbeit ausgedacht hat.
Und ja, Wunder sind tatsächlich passiert.

Ich möchte an dieser Stelle nicht mehr darüber berichten, denn all das, was sich dort offenbart, geschieht natürlich in einem geschützten Rahmen, den ich respektieren und nicht in die Öffentlichkeit zerren möchte.
Mein Anliegen ist es, allen Menschen und vor allem auch Männern Mut zu machen, sich mit der Prägung ihrer Gefühlswelt auseinanderzusetzen, wirklich zu fühlen und Verantwortung dafür zu übernehmen. Und dazu gehört auch, die Gefühle anderer Menschen zu respektieren, vielleicht sogar empathisch wahrzunehmen und – wenn es sich stimmig anfühlt -, auch mitzuschwingen. Freilich ohne sich darin zu verstricken.

Ich selbst durfte an diesem Tag oft als Stellvertreterin fühlen, und fühlte viel, was ich normalerweise nicht in meinem Gefühls-Repertoire habe. Ich empfinde das als eine große Bereicherung.
Neugierig geworden? Infos zu weiteren Aufstellungstagen findest Du unter www.uteloeck.de und www.fritzen-coaching.de.


Was hat fühlen mit Verantwortung zu tun?

Wissenschaftlich betrachtet, sind Gefühle in der Lage Molekül-Bindungen in den Proteinen zu verändern, also Materie zu verändern, und somit sind Gefühle unglaublich bedeutend für jede Art von Wandel. Wer in seinem Leben also etwas verändern will, der muss auch in seinen Gefühlen etwas verändern.
Wieder fühlen lernen bedeutet zum Beispiel, einmal angespaltene Anteile wieder ins Bewusstsein zu holen, sich seinen bisher verdrängten Gefühlen zu stellen, sich dem Schmerz zu stellen, anstatt die Schuld dadfür bei anderen zu suchen, und vor allem die dahinter verborgene Botschaft in Empfang zu nehmen.
Wieder fühlen lernen bedeutet auch, frei zu werden, von der Vorstellung, etwas müsste so oder anders sein, oder jemand müsste so oder anders sein. Wer fühlt, und bereit ist, seine Gefühle wertfrei anzunehmen, der ist frei. Und lebendig.

Fühlen, die Kunst des Annehmens

Insofern ist Fühlen eine Kunst, nämlich die Kunst des Annehmens.
Und wer dann noch gelernt hat, achtsam mit den eigenen sowie mit den Gefühlen anderer umzugehen, sie willkommen zu heißen, sie zu beobachten ohne ihnen die Macht über sich zu geben, der ist in der Lage, sein Leben ganz neu zu betrachten, sich selbst neu zu erkennen und sein Leben ganz neu zu gestalten.

Deshalb biete ich ein Intensiv-Seminar zum Thema „Wieder fühlen lernen“ an, indem wir experimentieren, quasi im eigenen kosmischen Fühl-Labor, und herausfinden, wie und was es alles in uns und anderen zu fühlen gibt. In einfachen Übungen, in Ruhe und Bewegung, allein oder mit einem Partner, erforschen wir die Welt jenseits von Verstand, aber nicht ohne Verstand.

Es wird ein ausgewogener Mix des Erfahrens sein, bestehend aus Fühlen, Betrachten, Erkennen, Genießen, Verstehen und Wahrnehmen im Ganzen.
Frei nach dem Motto: „Vom Wissen zur Erfahrung zum Sein“ .

Neugierig geworden?
Dann melde Dich gerne an unter as@astridschellenberger.com.
Weitere Infos findest Du auch rechts in der Sidebar. Einfach auf das Bild zum „Intensiv-Semimar“ klicken.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 8 Personen.
Gerne beantworte ich Dir auch offen gebliebene Fragen. Ich freu mich drauf.

Herzliche Grüße
Astrid