Liebe und Macht

Heute also kommt mein dritter Beitrag über die Liebe. Diesmal geht es um ein ganz besonderes Liebespaar: „Die Liebe und die Macht“.

Genauso wie die Liebe als etwas Romantisches oftmals verklärt gesehen wird, so hat auch die Macht in den Augen vieler Menschen einen eher schlechten Ruf. Völlig zu Unrecht, denn auch hier gilt es, ein Gleichgewicht herzustellen, um in diesem Spannungsfeld Erfahrungen zu sammeln, die uns wachsen und reifen lassen.

Viele menschliche Ebenen und Situationen lassen sich aufzählen, in denen das Spannungsfeld zwischen Liebe und Macht ihren Ausdruck findet, angefangen bei Paarbeziehungen, unserer Geschichtsschreibung und der Politik bis hin zum Thema Selbstermächtigung und der Aktivierung unserer männlichen und weiblichen Energien in uns selbst. Das alles sind weite Felder, auf die ich mich hier lieber nicht begeben möchte.

Stattdessen will ich mich diesmal kurzhalten und mich auf ein Bild und eine Geschichte beschränken, um den notwendigen Balance-Akt zwischen Liebe und Macht für jeden Einzelnen nachvollziehbar zu machen.

Wir alle kennen sicher den inneren Wunsch, uns der Liebe hinzugeben, ganz zu verschmelzen mit dem Partner, mit etwas Größerem, dem Kosmos usw. Und gleichzeitig ist da eine Stimme, die uns frei sein lassen will, uns auffordert, etwas Eigenes zu leben, eben nicht nur mit allem oder dem geliebten Partner zu verschmelzen.

Es gilt also diesen Balance-Akt zwischen Hingabe und Selbstverantwortung zu schaffen. Dabei geht es nicht nur um die Hingabe an die menschliche Liebe, sondern auch um die Hingabe an einen inneren Ruf, einer Intuition, … Ihr zu folgen, darin zu vertrauen, dass das, was gerade mich ruft, mich auf den richtigen Pfad führt, der obendrein auch noch für alle gut ist.  Und gleichzeitig erfordert das die eigene innere Freiheit und Selbstverantwortung zu nutzen, um bewusste Entscheidungen zu treffen, seien sie nun gut oder schlecht.

Meist weißt Du das erst hinterher. Im Jetzt geht es darum, im Dschungel der Impulse, Informationen, Empfindungen und inneren Stimmen den eigenen Weg zu finden und zu gehen.

Welcher Stimme kann ich vertrauen? In meinem eigenen Leben habe ich die Erfahrung gemacht, dass unser Verstand dabei nicht unbedingt der beste Ratgeber ist. Zu oft rechnet er einfach aus der Vergangenheit hoch in die Zukunft und vergisst dabei ganz, dass mit jedem Schritt, den wir gehen, die Aussicht und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten völlig anders sein kann.

 

An dieser Stelle möchte ich Euch eine kleine Geschichte aus meinem eigenen Leben erzählen:

Es ist Sonntagabend und ich komme gerade von einem Seminar zurück, indem es um die Erkundung des Herzraumes ging. In vielen Übungen haben wir uns verbunden mit dem Herzen anderer: Mit dem Herz unseres Gegenübers, mit dem Herzen Jesu und mit dem geistigen Herz, das uns alle verbindet.

In einer Übung sagte ich plötzlich sinngemäß zu meiner Übungspartnerin, sie soll auch die Katze lieben, und wir fingen beide spontan an zu lachen. Etwas daran schien irgendwie grotesk zu sein, obwohl es natürlich darum geht, alles zu lieben und anzunehmen.

Als ich abends nach Hause kam, saß da eine Katze vor meiner Haustüre. Obwohl sie in einem der Nachbarhäuser zu Hause ist, streunt sie öfter um unser Haus herum und manchmal versucht sie, mit mir in die Wohnung zu kommen, was ich aber nicht möchte. Ich lasse mir dann allerlei Tricks einfallen, um sie abzulenken und gerate dabei nicht selten in einen inneren Stress.

Diesmal ist das anders. Die Katze schmiegt sich gleich an meine Beine und benimmt sich als ob sie mir eine Botschaft zu überbringen hätte. Gleichzeitig schien sie um Liebe zu betteln. Sie signalisierte, dass sie Liebe geben und nehmen wollte. Ich streichelte sie, und sagte zu ihr: Meine Liebe gebe ich Dir gerne, aber in die Wohnung kann ich Dich nicht mitnehmen. Ich war ziemlich kaputt und wollte einfach meine Ruhe haben. Auch vor der Katze.

Ich hatte auch keine Lust mehr auf Spielchen und beschloss jetzt einfach ins Haus zu gehen, auch wenn die Katze mir folgen sollte.

Also schloss ich die Haustüre auf und ging gemütlich hindurch. Die Katze folgte nicht. An jedem anderen Tag, wäre sie an mir vorbeigewischt und hätte sich im Hausflur versteckt.

Ich drehte mich noch einmal zu ihr um. Da saß sie mit großen Augen und blickte mich an, einen Abstand respektvoll einhaltend. Danke, dass Du meinen Willen respektierst, sagte ich ihr, und ging ins Haus.

Noch einmal tief beeindruckt von der Wirkung des Seminars und dem Verbunden-Sein mit meinem Herzen und dem Herzen aller schloss ich die Türe hinter mir und dankte für alles, was ich an diesem Wochenende erleben durfte.

Nun verstand ich die Aussage einer Teilnehmerin des Seminars, die zu mir sagte:

„Liebe ist Macht!“

 

Habt Ihr selbst auch schon etwas Ähnliches erlebt?

Wie immer freue ich mich über jede Zuschrift an

as@astridschellenberger.com.

Herzliche Grüße Eure

Astrid.